Comicfestival München 2017

Vom 25.- 28. Mai findet das Comicfestival in der Alten Kongresshalle in München statt. Bastian „Lapinot“ Baier, Johannes „Beetlebum“ Kretzschmar, Sebastian Sommer und ich werden dort gemeinsam einen eigenen Stand betreuen, unsere Comics signieren und vertreiben. Ich freuen mich über *fast jeden, der uns dort besuchen mag.

* Ja, Donald Trump, Nigel Farage oder Bernd Höcke – ihr bekommt keine Zeichnung von mir!

Könnte ich doch nur die Zeit zurückdrehen! Oder vielleicht lieber doch nicht.

lisIch hatte in letzter Zeit einige gute und sehr gute Spiele wie Mass Effect 2, Pony Island, Beatbuddy, Laserlife oder Jade Empire gezockt. Dabei verschiedene Genre bearbeitet und zwischen AAA- und Indie-Titeln variiert.

Dennoch hatte ich wieder einmal das Gefühl, dass dem Medium Computerspiel trotz seiner Überlegenheit in Sachen Interaktivität gegenüber anderen Medien, das Gewisse etwas im Bereich Emotionalität abgeht. Noch kein Spiel hatte mich bis dato so mitgenommen wie ein hervorragender Film, tolles Buch, tiefgründiger Comic oder
eine fantastische Fernsehserie. Vielleicht schaffte es das eine oder andere Spiel ansatzweise aber nie über die volle Spielzeit. Wenn ich beispielsweise Luke Skywalker, Walter White und Gandalf mit Commander Shepard, Gordon Freeman und Deckard Cain vergleiche – kommen mir die ersten drei Charaktere deutlich dichter und lebendiger vor. Nicht weil sie durch reale Menschen dargestellt wurden, sondern weil den fiktiven Charakteren innerhalb der Erzählung mehr Leben eingehaucht wurde.

Genau solche Gedanken trieben mich nur einige Wochen bevor ich Life is Strange zu spielen begann um.

Doch das in fünf Episoden erzählte Life is Strange sollte mich postwendend Lügen strafen. Das Spiel hat lebensechte vielschichtige Charaktere, welche nachvollziehbar handeln, sehr gut geschriebene Dialoge in fantastischer Synchronisation(im Englischen), emotional aufgeladene Szenen, spannende Wendungen und eine insgesamt sehr gute Handlung, welche eine regelrechte Sogwirkung erzeugt.

Diese dreht sich um Maxine Caulfield, einer Fotografie-Studentin an der Blackwell Academy, welche nach einem Schicksalsschlag herausfindet, dass sie die Zeit zurückdrehen und die Vergangenheit verändern kann. Zusammen mit ihrer Jugendfreundin Chloe macht sie sich auf die Suche nach der seit einiger Zeit verschwundenen Rachel Amber. Daraus und aus den Verwicklungen mit zahlreichen Nebencharakteren entwickelt sich eine spannende Handlung, bei der man immer wieder mit seinen teilweise schwierigen Entscheidungen den Verlauf tiefgreifend beeinflusst.

Das Gameplay könnte man als Schwachpunkt bezeichnen, wenn man die Rätsel als zu leicht und die Aktionsmöglichkeiten als zu gering betrachtet. Für mich war es aber genau dieser Grad, der dafür sorgte, dass die Handlung, wie bei einem guten Film, stetig voranschritt. Ich empfand es auch als angenehm, nicht durch repetitive Actioneinlagen, die in anderen Spielen häufig nur die Spielzeit strecken, im Fortgang der Geschichte gestört zu werden. Grundsätzlich würde ich das Spiel als Adventure bezeichnen. Man löst Rätsel, führt Dialoge, erkundet die Umgebung und sammelt dabei Gegenstände. Ein Inventar gibt es nicht, dafür aber ein wunderschön gestaltetes Tagebuch, in dem man u.a. die Handlung nachlesen und Fotografien sammeln kann. Viele Rätsel spielen mit der Möglichkeit die Zeit zurückdrehen zu können. Dies bleibt bis zum Schluss interessant und lädt zum Experimentieren ein. Insgesamt wurde bei mir die Lust zum Entdecken der Welt geweckt, was meiner Meinung nach einen wesentlichen Teil des Spielspaßes ausmacht und die vielen Details, die einen sonst entgehen würden, zu Tage förderten.

Ein besonderes Lob gebührt dem vom modernen Indie-Folk inspirierten Soundtrack, welcher perfekt die Atmosphäre des Spiels unterstützt. Unter anderem das schöne Gitarren-Riff des Hauptmenüs bleibt einem im Ohr.

Die Optik des Spiel ist sicherlich Geschmacksache. Ich mochte den reduzierten Stil, dessen Texturen etwas gemaltes haben. Umso überbordender ist die Ausstattung der Kulissen. Alle Räumlichkeiten sind unglaublich detailreich ausgestattet, in den Außenszenen fliegen Insekten und Vögel durch die Luft, Eichhörnchen wuseln
durch die Gegend und alles ist wunderbar ausgeleuchtet.

Was bleibt sonst noch zu sagen? Die Animationen sind toll, das Sounddesign filmreif und man sollte sich nicht vom Setting abschrecken lassen, da die Handlung sehr erwachsen und schonungslos daherkommt und man sonst eines der besten Gesamtkunstwerke des Mediums Computerspiel verpassen würde.

Damit man meinen Geschmack besser einordnen kann, füge ich meinen Rezensionen immer eine Orientierungsliste bei:

Gut finde ich: Day of the Tentacle, The Dig Grim Fandango

Nicht so gut finde ich: Simon the Sorcerer 3D, Rent A Hero, Ankh: Heart of Osiris

Nicht nur für Stop-Motion-Fans

kuboDie Laika Studios haben mit Kubo and the Two Strings einen weiteren tollen Stop-Motion-Animationfilm abgeliefert. Nach Coraline, ParaNorman und The Boxtrolls nun der vierte eigenständige Film in Folge. Ich hoffe wirklich, dass das Studio seiner Linie treu bleibt und in Zukunft keine Sequels produziert.

Mit Kubo begab sich das Studio in ein japanisch-mythologisches Setting und entfachte damit offensichtlich unglaublich viel Kreativität bei seinen Angestellten. Die Origami-Sequenz am Anfang gehört mit zu den schönsten Szenen, die ich in letzter Zeit im Kino gesehen habe. Technisch hebt der Film das Niveau des Genres erneut ein gutes Stück an, wobei es gelingt die realen Stop-Motion-Objekte gekonnt mit CGI-Effekten zu verbinden. Alles wirkt wie aus einem Guss. Das Design sämtlicher Figuren und Umgebungen ist über jeden Zweifel erhaben. Über weite Strecken kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und manche Szenen sind geradezu zum Weinen schön.

Auch die Handlung und das Charakterdesign haben einiges zu bieten. Leider kann die Story jedoch das überragende Niveau der ersten Hälfte nicht über den ganzen Film halten. Zum Ende hin werden einige Szenen etwas schnell abgehandelt und auch die eine oder andere Storywendung scheint nicht ganz so gelungen. Das Finale verfolgt eine bestimmte Idee, wird aber aus meiner Sicht dem Rest des Filmes nicht gerecht und bleibt hinter dem grandiosen Ende von ParaNorman weit zurück. Dennoch bleibt beim Verlassen des Kinos einfach ein wohliges Gefühl, mal wieder einen richtig schönen Film gesehen zu haben, den man in jeder Szene die Leidenschaft ansieht, welche seine Schöpfer in ihre Arbeit einbringen.

Damit man meinen Geschmack besser einordnen kann, füge ich meinen Rezensionen immer eine Orientierungsliste bei:

Gut finde ich:                                                        Nicht gut finde ich:
Corpse Bride                                                        The Secret Life of Pets
Wallace & Gromit –
Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen            Ice Age
Mary and Max                                                        Hotel Transylvania
ParaNorman                                                          Madagascar

Ein neuer Comic – noch lehrreicher als Mister Origami

hhcoverAuf dem Comic Salon Erlangen (26.05 – 29.05.2016) erscheint, wenn beim Druck alles gut geht, ein neuer Comic von Bastian und mir.

Es handelt sich um einen Kurzcomic mit dem knackigen Titel „Herrn Heidenreichs fabulöser Heimat- und Sachkundeunterricht“. Zur Handlung möchte ich gar nichts weiter verraten, da der Titel ja schon fast einem Klappentext gleich kommt und man bei einer Kurzgeschichte ohnehin möglichst unbefangen ran gehen sollte. Wer etwas mit dem Schicksalsgnom oder Mister Origami anfangen konnte, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren 🙂

Diesmal stellen wir uns zusätzlich der Herausforderung einen Comic im Eigenverlag zu veröffentlichen. Daher wird man uns in Erlangen an einem Gemeinschaftsstand zusammen mit Ulf Salzmann und Johannes Kretzschmar, ganz in der Nähe vom „Schwarzen Turm“,  antreffen können. Wir würden uns natürlich freuen, wenn wir das eine oder andere Heft für Euch signieren dürften …

STAR WARS – THE FORCE RECYCLED

starwarsVIIUrsprünglich wollte ich mir nach Mission: Impossible III und Star Trek keinen Film von J.J. Abrams mehr anschauen. Die beiden Streifen hatten mich einfach zu sehr geärgert. Doch der offizielle Trailer und mein allgemeines Interesse am Star Wars Universum haben mich doch wieder ins Kino gelockt.

Ich war gut vorbereitet. Nach langer Star Wars Abstinenz hatte ich mir die drei alten Teile wieder angeschaut und war überrascht auf wie vielen Ebenen sie noch besstens funktionierten. Mir wurde auch schnell bewusst, weshalb ich damals Fan wurde: Die unglaubliche Kreativität, mit der diese Welt kreiert wurde.

Und was habe ich von The Force Awakens bekommen? Einen Film-Zombie, der aus den Überresten der alten Filme auferstanden ist. Einen Film den man so noch in tausend Variationen drehen könnte, weil er sich wie ein lahmes Remake von Star Wars – A New Hope anfühlt, einen Film der kein Gespür für Handlung und Logik hat, keinen Sinn für gute Dialoge, keinen für das richtige Maß an Humor und keinen für Drama und das wecken von Emotionen, einen Film ohne Seele.

Meine Kritik zielt hauptsächlich auf Drehbuch und Regie ab. Wie kann man nur so mutlos und uninspiriert Storyelemente teilweise sogar im Detail recyclen. Vieles wird einfach behauptet und muss akzeptiert werden, egal wie unlogisch es erscheint. Ständig hat man den Eindruck die erstbessten Ideen für die Lösung von Storyproblemen wurden akzeptiert. Es wirkt als hätte man nur ein verlängertes Wochenende Zeit gehabt, um die komplette Handlung zu schreiben. Und weil man gar keine Idee und die Hosen voll hatte, ist man auf Nummer sicher gegangen. Die Besucherzahlen geben dem Ganzen leider auch noch recht. Und ich habe dazu beigetragen! Argh! Die Regie von Abrams schafft es zudem nie für Spannung zu sorgen. Man weiß bis auf eine Ausnahme immer wie eine Szene endet und diese eine Ausnahme, welche ich natürlich nicht spoilern möchte, ist auch noch völlig emotionslos inszeniert.

Ok, der Look des Films war gut und die junge Schauspielerin Daisy Ridley (Schrottsammlerin Rey) ein echter Lichtblick. Daher kann man nur hoffen, dass die nachfolgenden Regisseure und Drehbuchautoren der Star Wars Reihe und vor allem Disney den Mut und die Inspiration haben etwas Lebendiges und Neues zu schaffen und keinen Baukastenfilm mit mieser Handlung, Logiklücken und Spannungsarmut, der es an keiner Stelle schafft große Emotionen zu wecken.

Jetzt habe ich mich gegen meine Absicht doch wiederholt, aber gerade dass scheint ja zu Star Wars: The Force Awakens zu passen.

Damit man meinen Geschmack besser einordnen kann, füge ich meinen Rezensionen immer eine Orientierungsliste bei:

Gut finde ich:                                        Schlecht finde ich:
Star Wars – A New Hope                        Star Trek
Star Wars – The Empire Strikes Back    Krieg der Welten
Star Wars – Return of the Jedi                Signs – Zeichen
Contact                                                    2001: Odyssee im Weltraum

Lobende Erwähnung

mro2Mister Origami hat auf dem Comicfestival München bei der ICOM Independent Comic Preisverleihung 2015 eine lobende Erwähnung erhalten. Bastian und ich haben uns darüber riesig gefreut und bedanken uns bei allen Beteiligten und besonders bei der Jury für die Erwähnung und die tolle Laudatio!

Juchuuu … und jetzt zurück an die Arbeit.

Constance, Milan & Venice by car

K05

An einem sonnigen Donnerstag vor einer Woche packten wir die Koffer ins Auto und machten uns auf nach Konstanz. Die Stadt (ca. 81.000 Einwohner) am Bodensee, direkt an der Schweizer Grenze gelegen bildete den Auftakt unserer kleinen Rundreise. Wir übernachteten im Hotel Viva Sky, welches auf seiner Dachterrasse/-restaurant einen herrlichen Ausblick über die Stadt und den Bodensee bietet. Da machte das ohnehin tolle Frühstücksbuffet besonderen Spaß. Konstanz selbst ist ein hübsches ruhiges Städtchen, welches zum Spazieren in der Altstadt oder am See einlädt.

Im Hafen gibt es eine recht ungewöhnliche Statue zu bestaunen. Die Imperia erinnert satirisch an das Konzil von Konstanz (1414–1418) und zeigt eine Kurtisane, welche einen König und einen Papst, beide nackt, in den Händen hält. Das Monument ist neun Meter hoch und dreht sich stetig alle vier Minuten um die eigene Achse. Das Bahnhofsgebäude von Konstanz verbindet klassische Architektur mit einer coolen Digitaluhr im Design einer Analoguhr. Die Stadt wird noch von vielen weiteren Gedenkstätten geschmückt, wie der Brunnen zum Andenken an den Konstanzer Fasnachter Karl Steuer. Die vielen Spinnweben sollen wohl die angestaubten Witze des Faschingbetriebs symbolisieren.

K03

Eine skurrile Collage entdeckten wir im Konstanzer Münster. Kinder sind zur Erstkommunion Feuer und Flamme für Jesus.

Für mich sieht es so aus als brennen die Kinder auf dem Scheiterhaufen, was frappierend an die „ruhmreiche“ Vergangenheit der katholischen Kirche in Sachen Hexenverfolgung erinnert. Vielleicht steckte ja doch Absicht dahinter oder es handelt sich einmal mehr um einen Beweis für den verstellten Blick so manchen Kirchgängers.

M01

Unsere zweite Station führte uns nach Mailand. Mit 1,3 Mio. Einwohnern die zweitgrößte Stadt Italiens, Kultur-, Medien- und Modemetropole, Universitätsstadt und Sitz der Italienischen Börse.

M04_2

Gleich am ersten Abend gelang uns bei unserer Restaurantwahl ein Volltreffer. Wir entschieden uns für den kleinen Pizzaladen „Pizza Am“ in der Corso di Porta Romana 83. Noch bevor wir wussten wie uns geschah, bekamen wir einen Sekt und ein Stück lecker gefülltes Pizzabrot geschenkt. In der kleinen urigen Pizzeria herrschte ein toller Trubel und die Pizzen waren ein Traum – ganz einfach belegt, super Qualität der Zutaten, fantastischer Boden. Zum Abschluß ließ es sich der Kellner nicht nehmen uns noch einen Limoncello zu kredenzen. Als wir am nächsten Tag wieder dort aßen, wurde uns klar, dass einem diese Willkommens- und Abschiedsgeschenke jeden Tag gemacht werden und am ersten Tag nicht etwa ein Firmenjubiläum stattfand.

Den größten Blickfang bildet in Mailand natürlich der Dom und der daneben gelegene Triumphbogen am Eingang zur Galleria Vittorio Emanuele II. Die Kathedrale ist nach dem Petersdom und der Kathedrale von Sevilla flächenmäßig die drittgrößte Kirche der Welt und mit ihrem hellen Marmor und der reichen Verzierung sicher eine der beeindruckendsten.

M05

Darüber hinaus lohnte sich für uns der Abstecher zum Arco della Pace, einem Triumphbogen auf der Piazza Sempione und zum Schloss Castello Sforzesco, beides im Nordwesten der Altstadt.

M07

An der Kirche Santa Maria delle Grazie fielen wir leider auf eine unverschämte Ausstellungsreihe herein. Leonardo da Vinci „Codex Atlanticus“. Die Plakate und das Personal warben mit „the world largest collection of Leonardos drawings“. Wir bezahlten 10 € Eintritt und bekamen einen Raum mit vielleicht 20 Schmierzetteln von Leonardo da Vinci zu sehen. Man kann nur hoffen, dass es wirklich Kritzeleien des Meisters waren. Auf jeden Fall kamen wir uns ziemlich verarscht vor. World largest! >:(

Nach dieser Enttäuschung holten wir uns erstmal Tickets für das berühmte Wandgemälde „Das Abendmahl“, weswegen wir eigentlich zur Kirche Santa Maria delle Grazie aufgebrochen waren. Da man nur zu einem bestimmten Zeitabschnitt den Raum mit dem Gemälde betreten darf, mussten wir später noch einmal wieder kommen.

Noch etwas bedröppelt von der da Vinci Ausstellung trotteten wir Richtung Domplatz. Gedankenverloren warfen wir einen Blick in die San Maurizio al Monastero Maggiore, als uns eine Frau freundlich aber bestimmt mit den Worten „It’s free, it’s free!“ in die Kirche lockte. Wir bekamen, was man von außen nicht vermutet hätte, eine wahnsinnig prachtvolle, mit unzähligen Gemälden und Ornamenten verzierte Kirche in mehreren Räumlichkieten zu sehen. Für mich beeindruckender als die Sixtinische Kapelle. Und so eng lagen plötzlich Abzocke und Großzügigkeit in Sachen Kultur beieinander.

Das „Abendmahl“ von Leonardo da Vinci konnte uns schließlich auch noch begeistern. Es ist größer als man vielleicht erwartet und erzeugt an sich und in der Art der Präsentation eine tolle Atmosphäre.

Nächster Stop: Venedig

V07

Venedig weckte bei mir eine sehr seltsame Stimmung. Auf der einen Seite ist die Stadt unglaublich reich an interessanter Architektur, Kunst, kulinarischen und anderen kulturellen Möglichkeiten. Auf der anderen Seite so dermaßen touristisch, dass man sich beinahe in Disney World wähnt. So genossen wir es am meisten in den Seitenstraßen abseits der Touristenströme zu flanieren. Dort fanden wir zudem ein paar sehr nette Speiselokale. Besonders gefallen hat uns die kleine Osteria La Zucca in der Santa Croce 1762, in der wir köstliche Pasta aßen.

Sehr beeindruckt hat uns natürlich auch der Markusplatz samt Markusdom, Markusturm, Dogenpalast und den Prokuratien. Allerdings ist es schon skurril, wenn man den Blick schweifen lässt, um die Prachtbauten zu bewundern und gleichzeitig eine Rose oder einen Kamerahalter direkt unter die Nase gehalten bekommt. „Nein danke, genau in diesem Moment möchte ich keine Rose.“

Interessanterweise hatte ich von Anfang an eine gewisse Verbindung zu Venedig. Und dann fiel es mir wieder ein: Tomb Raider II – Starring Lara Croft. Das Spiel wurde 1997 veröffentlicht und war seiner Zeit ein Meilenstein des Action-Adventures. Damals kannte ich die venezianischen Kanäle aus dem Effeff. 🙂

V01

Nach zwei Nächten im sehr schönen Hotel Giorgione traten wir die 818 km lange Heimfahrt an. Wir kamen ausgesprochen gut und ohne größere Staus über den Brenner.

Was mich abschließend zum Thema Mautgebühren führt. Von Konstanz nach Mailand durften wir in der Schweiz 40 € für eine Jahresvignette abdrücken. Warum gibt es keine Vignette für kleinere Zeiträume? In Italien zahlt man direkt an den Mautstellen für bestimmte Streckenabschnitte, was uns letztlich noch mehr als die Schweizer Jahresvignette kostete. Von Venedig nach Deutschland wurden in Österreich eine 10-Tages-Vignette und noch mal extra eine Maut für eine Autobahnbrücke fällig. Einerseits fragt man sich, weshalb Deutschland nicht schon längst eine Maut erhebt, wenn uns die Nachbarländer dermaßen schröpfen. Andererseites nervt es einfach, dass man innerhalb Europas Grenzen einreißt, um dann auf den Autobahnen in Form von Mautstationen wieder welche zu errichten. Könnte man das Thema nicht europaweit regeln und anschließend sämtliche Mautstellen innerhalb Europas abschaffen?

Schön, dass es noch Filme wie Ex Machina gibt.

exmachina Dem Sci-Fi-Thriller gelang es mit einem vergleichsweise geringen Budget von ca. 13 Mio. Dollar mich völlig in seinen Bann zu ziehen. Ich mag Filme, die in einem begrenzten Raum spielen und über ein überschaubares Ensemble an Schauspielern verfügen. Das Einzige nennenswerte Set von Ex Machina ist eine kühn designte Villa, welche in die atemberaubende Natur Norwegens eingebettet wurde. Die drei Hauptdarsteller Domhnall Gleeson als Programmierer, Oscar Isaac als Technologie-Visionär und Alicia Vikander als Roboter Ava liefern eine beeindruckende Leistung ab. Besonders faszinierend war jedoch das bis ins Detail kontrollierte Spiel der Maschinenmensch-Actress Alicia. Das Regiedebüt von Alex Garland, der als Autor des Romans „The Beach“ bekannt wurde und u.a. die Drehbücher zu „28 Days Later“ und „Sunshine“ schrieb, erzeugt eine spannende Atmosphäre, wartet mit intelligenten Dialogen auf, stellt Fragen, die einen über das Filmende hinaus beschäftigen und führt die Handlung zu einem harten, konsequenten Ende. Kleinere Logiklücken kann man verzeihen.

Wer sich für Science-Fiction mit starkem Bezug zur Realität begeistern kann und sich für das Thema künstliche Intelligenz interessiert, sollte sich diesen Film unbedingt anschauen. Ex Machina ist ein kleines Meisterwerk, welches meine Begeisterung für das Kino wach zu halten vermag.

Damit man meinen Geschmack besser einordnen kann, füge ich meiner Rezension zwei Listen zur Orientierung bei:

Gut finde ich:       Schlecht finde ich:
Gravity                    Signs – Zeichen
Contact                   Krieg der Welten
Matrix                      Source Code
Terminator 2           Star Trek
Her                          2001: Odyssee im Weltraum
Robot & Frank        eXistenZ